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  • Zur Geschichte des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken

Die Stadt Zweibrücken entwickelte sich aus einer Burganlage, die die Grafen von Saarbrücken um das Jahr 1170 in einer Schleife des Schwarzbaches erbauten. Die Namensgebung geht vermutlich auf die beiden Brücken zurück, die in diese Burganlage führten. Als Zweibrücken 1352 von König Karl IV. die Stadtrechte verliehen bekam, war es noch eine relativ unbedeutende Landstadt, die ihre wirtschaftliche Basis in der alten, von Dieuze/Lothringen kommenden Salzstraße hatte.

Zweibrückens Aufstieg begann damit, dass die Zweibrücker Grafen ihren Bankrott erklären mussten: Sie verkauften die Stadt und das sie umgebenden Landes an den reichen Nachbarn, die Kurpfalz (1385). Die ehemalige Grafschaft Zweibrücken wurde allerdings nur für praktisch eine Generation kurpfälzisch (unter den Kurfürsten Ruprecht I, II. u. III), denn Kurfürst Rupprecht III. (als König Ruprecht I.) verfügte testamentarisch die Teilung seines Landes unter seine vier Söhne, wobei der dritte Sohn Stephan die ehemalige Grafschaft Zweibrücken erbte, die er nun 1410 zum selbständigen Herzogtum Pfalz-Zweibrücken erhob. Sein Regierungssitz war übrigens noch Meisenheim in der Nordpfalz: Er hatte Anna, die reiche Erbtochter der Grafschaft Veldenz geheiratet und sich in der Residenzstadt seines Schwiegervaters niedergelassen. Nach und nach stellte sich jedoch heraus, dass Zweibrücken der besser gelegene Regierungssitz war und so verschob sich die Bedeutung der Städte langsam zugunsten von Zweibrücken. Allerdings kann man praktisch erst von einer Residenzstadt Zweibrücken sprechen nachdem Stephans Enkel Alexander Ende des 15. Jahrhunderts mit dem Bau der nach ihm benannten Alexanderskirche begonnen hatte. Dieser Kirchenbau demonstriert die gewachsene Bedeutung der Stadt. Vorher verfügte ZW nur über eine kleine Kapelle, die für den Bau der Alexanderskirche abgerissen wurde.

Zweibrücken entwickelte sich also im Laufe des 15. Jh. zur Residenzstadt des Herzogtums Pfalz-Zweibrücken und sollte es abgesehen von den wenigen Unterbrechungen in den Kriegszeiten des 17. Jh. bis zum Ende des Herzogtums mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen 1793 bleiben – auch wenn der letzte regierende Herzog Karl II. August seinen Regierungssitz auf sein neues Schloss, das zwischen Zweibrücken und Homburg gelegen war, den Karlsberg, verlegte.

Die Herzöge von PF-ZW entstammten von Anfang an dem Fürstenhaus der Wittelsbacher und hier ist es nun sinnvoll einen kurzen Exkurs zu den Erbverträgen des Hauses Wittelsbach einzufügen, da dies dann im 18. Jh. von großer Bedeutung für die Politik sein wird.

Schloss Karlsberg

 

In den Jahren 1776 bis 1786 ließ Herzog Karl II. August (1775 – 1795) aus dem Luisenhof auf dem Buchenberg in Sanddorf durch sukzessive Erweiterung der Hofanlage und Neubauten sein zur damaligen Zeit schon wegen seiner qualitätvollen Ausstattung berühmtes Schloss Karlsberg errichten. Unter der Generalbauleitung von Johann Christian Mannlich entstand eine Schlossanlage, die nur wenige Jahre Bestand hatte. Hauptpalais, Orangerie, Gemäldegalerie, Marstall, Brauerei und Wohngebäude addierten sich in einer Fronterstreckung von über 1200 Metern. 1793 setzten französische Revolutionstruppen die mittlerweile zur Residenz gewordene Anlage in Brand. Später wurden die Ruinen zum Nationaleigentum erklärt und auf Abbruch versteigert. Heute sind nur noch wenige Reste der ehemaligen Bautengruppe erhalten (Orangerie – Sockelgeschoss). Am Fuß des Berges liegt der Karlsberger Hof, der ehemals als Magazinbau des Schlosses diente.

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