Schwarzenacker. Sie nennen sich „Limitanei Taunenses“, auf deutsch „Die Bewohner des Taunuslimes“. Und was sich so Lateinisch anhört, ist es auch. Historisch fundiert, präzise in der Darstellung und nie abgeneigt, Interessierten viel Wissenswertes über die Römerzeit ganz anschaulich zu vermitteln, ist die Gruppe ein gern gesehener Gast auf zahlreichen Veranstaltungen, die sich mit der Zeit der Römer befassen.
So auch am vergangenen Wochenende bei den Tagen der offenen Tür des Römermuseums in Schwarzenacker.
Dort waren es Ulrich Lutz als Auxiliar, Angehöriger der römischen Hilfstruppen, Günter Stelz als Grenz- und Militärpolizist, sprich als Beneficarier, und Karl-Ludwig Hohenthanne, ebenfalls als Auxiliar, die sich kundig den ganz unterschiedlichen Fragen der Besucher stellten. „Die am häufigsten gestellten Fragen sind die nach der Schwere der Ausrüstung eines Soldaten, nach dem Transport und nach der Kampftaktik“, ließ Ulrich Lutz wissen. Lutz, in seinem nichtrömischen Leben Rektor einer Grundschule, wusste, ebenso wie seine Mitstreiter Stelz und Hohenthanne, auf nahezu jede Frage eine Antwort, sehr zur Freude der zahlreichen Besucher, die zumindest am Samstag dem Aktionswochenende ein Rekordergebnis beschert hatten. Und dieses wiederum entlockte dem Leiter des Römermuseums, Klaus Kell, am Sonntag ein nicht minder beeindrucktes und zufriedenes Lächeln. „Mit 1000 Besuchern hatten wir gestern den stärksten Samstag in der Geschichte der Tage der offenen Tür.“
Kell betonte die Bedeutung solcher Veranstaltungen für Schwarzenacker. „Mit solchen Aktionen nehmen die Besucher nicht nur die museale Gestaltung der Einrichtung wahr, sondern sie sehen auch das, was das ursprüngliche Leben in einer solchen Siedlung ausgemacht hat. Wir zeigen, wie etwas hergestellt wurde, angefangen bei den Schuhen über Tuche bis hin zu Kunstgegenständen.“
Gerade dieser praktische Ansatz, so scheint es, macht den Reiz des Römermuseums aus. Und er sorgt auch bei denen, die das frühere Römer-Leben wieder aufleben lassen, für ein gutes Gefühl. Karl-Ludwig Hohenthanne von den Limitanei Taunenses: „Die Besucher hier in Schwarzenacker sind sehr interessiert.“ Und Ulrich Lutz ergänzte: „Man kümmert sich hier ausgezeichnet um die Kinder. Und das mit Bezug zur Wissenschaft. Hier dürfen sie zum Beispiel original römische Scherben ausgraben und mit nach Hause nehmen. Das gibt es sonst nirgendwo.“
Diese Scherben, von Mitarbeitern des Römermuseum unter einem kleinen Ausgrabungszelt „versteckt“, sind in der Tat aus römischer Zeit, aber undatierbar und ohne jegliche historische Bedeutung und deswegen für solche Aktionstage freigegeben. Aber als einzigartiges Souvenir für die Kinder taugen sie allemal.
Quelle: Saarbrücker Zeitung

